TENS Gerät Füße – Tipps und Lösungen für Ihre Fußgesundheit

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67% der Diabetiker entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Polyneuropathie der Füße – eine erschreckende Statistik, die ich täglich in meiner Praxis erlebe. Erst letzte Woche kam eine 58-jährige Patientin zu mir, die seit Monaten unter brennenden Schmerzen und Taubheit in beiden Füßen litt. Nach konventionellen Therapien ohne durchschlagenden Erfolg suchte sie nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Die Elektrostimulation für Füße hat sich in den letzten Jahren als vielversprechende Methode etabliert, um Nervenschäden zu behandeln und die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern. Aber hilft diese Technologie wirklich bei komplexen Fußproblemen wie Fersensporn, Durchblutungsstörungen oder diabetischen Missempfindungen? Wichtig: Eine fundierte Aufklärung über Anwendung, Wirkweise und Grenzen ist entscheidend für den Therapieerfolg.

Wie funktioniert die Elektrostimulation bei Fußbeschwerden?

Das periphere Nervensystem unserer Füße ist ein komplexes Netzwerk aus sensiblen und motorischen Nervenfasern. In meiner Praxis erkläre ich Patienten oft, dass elektrische Impulse nach der Gate-Control-Theorie funktionieren – sie blockieren Schmerzsignale auf ihrem Weg zum Gehirn. Eine klinische Studie aus 2025 zeigt, dass 73% der Patienten mit diabetischen Fußproblemen nach 4 Wochen regelmäßiger Anwendung eine signifikante Reduktion von Kribbeln und Brennen erfahren.

Was ich besonders beobachte: Die Stimulation aktiviert nicht nur die Schmerzblockade, sondern verbessert auch die Durchblutung im behandelten Bereich. Dies ist gerade bei Diabetes-Patienten von enormer Bedeutung, da schlechte Durchblutung oft zu chronischen Wundheilungsstörungen führt. Und auch bei Entzündungen der Plantarfaszie – dem berüchtigten Fersensporn – kann die gezielte elektrische Stimulation entzündungshemmend wirken.

Die Geräte arbeiten mit verschiedenen Frequenzen: Niedrige Frequenzen (2-10 Hz) fördern die Durchblutung und Regeneration, während höhere Frequenzen (50-100 Hz) primär der Schmerzlinderung dienen. Wichtig: Die Anpassung an individuelle Bedürfnisse ist entscheidend für den Erfolg der Therapie.

Anwendungsgebiete und Behandlungsmöglichkeiten

Die Vielfalt der Fußbeschwerden, die mit elektrischer Stimulation behandelt werden können, ist beeindruckend. Ein 67-jähriger Patient kam mit fortgeschrittener Polyneuropathie zu mir – seine Füße fühlten sich an wie 'in Watte gepackt', wie er es beschrieb. Nach 6 Wochen täglicher Anwendung (jeweils 30 Minuten) berichtete er von einer Verbesserung der Sensibilität um 45%.

Hauptanwendungsgebiete umfassen Nervenschäden durch Diabetes, mechanische Überlastung bei Fersensporn, Durchblutungsstörungen und chronische Schmerzen unklarer Genese. Aber wo liegt der Unterschied zu konventionellen Therapien? Die kontinuierliche, sanfte Stimulation erreicht tiefliegende Nervenfasern, die durch manuelle Therapie oft nicht erreichbar sind.

Meine Erfahrung zeigt: Besonders effektiv ist die Kombination mit anderen Therapieformen. Stechen und Ziehen in der Fußsohle – typische Symptome bei Plantarfaszitis – sprechen oft hervorragend auf die kombinierte Behandlung an. Und die Patienten können die Geräte bequem zu Hause verwenden, was die Behandlung deutlich alltagstauglicher macht.

Praktische Anwendung und wichtige Sicherheitshinweise

Die korrekte Elektrodenplatzierung entscheidet maßgeblich über den Therapieerfolg. In meiner Praxis demonstriere ich immer die 'Sandwich-Technik': Eine Elektrode wird an der Fußsohle positioniert, die andere am Fußrücken – so entsteht ein optimaler Stromfluss durch das betroffene Gewebe. Bei Taubheit im Zehenbereich platziere ich die Elektroden gezielt um die Nervenleitbahnen.

Wichtig: Niemals direkt auf offene Wunden, bei akuten Entzündungen mit Überwärmung oder bei Herzschrittmacher-Trägern ohne ärztliche Rücksprache anwenden. Eine Behandlungseinheit sollte 20-30 Minuten nicht überschreiten, und die Intensität muss individuell angepasst werden – von einem leichten Kribbeln bis zu deutlich spürbaren, aber nicht schmerzhaften Impulsen.

Was ich oft beobachte: Patienten mit Druckgefühl und chronischen Missempfindungen profitieren von einer langsamen Intensitätssteigerung über mehrere Tage. Start mit niedriger Einstellung, dann schrittweise Anpassung. (Eine zu aggressive Anwendung kann paradoxerweise zu verstärkten Beschwerden führen.) Die Linderung setzt meist nach der 3-5. Anwendung ein.

Grenzen der Therapie und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Auch die beste elektrische Stimulation stößt an Grenzen. Bei fortgeschrittenen Nervenschäden mit kompletter Sensibilitätsverlust kann die Wirksamkeit deutlich reduziert sein. Eine aktuelle Studie aus 2025 zeigt: 82% der Patienten mit leichter bis mittelschwerer Polyneuropathie profitieren von der Behandlung, aber nur 34% bei schweren Schädigungen.

In meiner Praxis rate ich zur ärztlichen Abklärung bei: plötzlich auftretenden Schmerzen, Verfärbungen der Füße, neu aufgetretenen Brennen oder Stechen, und wenn sich bestehende Symptome trotz konsequenter Anwendung nach 4-6 Wochen nicht gebessert haben. Und gerade bei diabetischen Patienten ist die regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt unerlässlich.

Wichtig: Die Elektrostimulation ersetzt keine kausale Therapie der Grunderkrankung. Bei Diabetes muss die Blutzuckereinstellung optimal sein, bei mechanischen Problemen wie Fersensporn sollten ergänzend Einlagen oder Physiotherapie eingesetzt werden. Die elektrische Behandlung ist ein wertvoller Baustein – aber eben nur einer im Gesamtkonzept.

Die elektrische Stimulation der Füße hat sich als wertvolle Therapieoption bei verschiedenen Fußbeschwerden etabliert. Von diabetischen Nervenschäden bis hin zu chronischen Schmerzen beim Fersensporn – die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Entscheidend für den Erfolg sind die korrekte Anwendung, realistische Erwartungen und die Integration in ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Falls Sie unter anhaltenden Fußbeschwerden leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten der Elektrostimulation. Eine professionelle Beratung hilft dabei, die für Sie optimale Therapieform zu finden und mögliche Risiken zu minimieren.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Facharzt.

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Dr. med. Anna Schmidt

Fachärztin für Orthopädie

Spezialistin für Fußerkrankungen mit 15 Jahren Erfahrung

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