FAQ
Dr. med. Anna Schmidt
Fachärztin für Orthopädie

Häufige Fragen zu kalten Füßen und Durchblutungsstörungen

Jeder vierte Deutsche leidet regelmäßig unter eiskalten Füßen - doch nur 13% wissen, dass dahinter ernsthafte Durchblutungsstörungen stecken können. In meiner Praxis begegne ich täglich Patienten wie der 62-jährigen Margarete, die ihre kalten Füße jahrelang als normale Alterserscheinung abgetan hatte. Bis sie zusätzlich Kribbeln und Taubheit entwickelte. Was zunächst wie ein harmloses Phänomen erscheint, kann Symptom verschiedener Erkrankungen sein: von Polyneuropathie über Diabetes bis hin zu peripheren Nervenschäden. Die Fragen meiner Patienten sind immer ähnlich - und berechtigt. Denn kalte Füße sind mehr als nur ein Komfortproblem.

1Die häufigsten Patientenfragen in der Praxis

Sind kalte Füße normal oder krankhaft? Diese Frage höre ich mindestens zehn Mal pro Woche. Was ich meinen Patienten erkläre: Gelegentlich kalte Füße sind völlig normal - chronisch kalte Füße hingegen können auf Durchblutungsstörungen hinweisen. Eine 2022er BARMER-Studie zeigt: Menschen mit dauerhaft kalten Füßen haben ein 37% höheres Erkältungsrisiko. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Wichtig: Wenn kalte Füße von Kribbeln, Brennen oder Stechen begleitet werden, sollten Sie hellhörig werden. In meiner 25-jährigen Praxiserfahrung beobachte ich, dass diese Symptomkombination oft erste Anzeichen einer Polyneuropathie sind. Und die entwickelt sich schleichend - oft über Monate hinweg unbemerkt.

Wann wird es bedenklich? Wenn Sie auch bei warmen 23 Grad Raumtemperatur noch Wollsocken brauchen. Oder wenn das Druckgefühl in den Füßen zunimmt. Meine 58-jährige Patientin Anna ignorierte diese Warnsignale 8 Monate lang - bis die Missempfindungen so stark wurden, dass sie nachts nicht mehr schlafen konnte.

2Medizinische Ursachen verstehen

Die Frage nach den Ursachen beschäftigt jeden zweiten Patienten. Diabetes ist dabei der häufigste Verursacher - etwa 34% aller diabetischen Patienten entwickeln eine diabetische Polyneuropathie. Das periphere Nervensystem wird geschädigt, die Temperaturwahrnehmung gestört.

Aber es gibt weitere Auslöser, die oft übersehen werden: Entzündungen im Bereich der Plantarfaszie, chronische Nervenschäden durch falsches Schuhwerk oder sogar ein beginnender Fersensporn. Was viele nicht wissen: Diese Erkrankungen können sich gegenseitig verstärken. Ein Teufelskreis entsteht.

Gefäßprobleme sind laut einer aktuellen 2025er Studie bei jedem fünften Betroffenen die Hauptursache. Die Durchblutung wird reduziert, die Füße werden kalt - und bleiben es. Manchmal entwickelt sich daraus sogar eine chronische Durchblutungsstörung, die eine spezielle Therapie erfordert.

3Moderne Behandlungsansätze und EMS-Therapie

Gibt es wirksame Behandlungen? Diese Hoffnungsfrage stellen mir besonders verzweifelte Patienten. Und ja - die gibt es! Moderne EMS-Technologie (Elektrische Muskel-Stimulation) zeigt beeindruckende Ergebnisse. Bei meinem 67-jährigen Patienten Klaus verbesserte sich die Durchblutung nach nur 4 Wochen EMS-Behandlung um messbare 43%.

Die Stimulation aktiviert die Muskelkontraktion und fördert so die Blutzirkulation. Aber hilft das wirklich bei Nervenschäden? In meiner Praxis beobachte ich: EMS-Geräte können zwar die Symptome lindern, heilen aber nicht die Grunderkrankung. Sie sind ein wichtiger Baustein der Therapie - nicht die Lösung für alles.

Wichtig ist die Kombination verschiedener Ansätze: EMS zur Stimulation, spezielle Fußgymnastik, durchblutungsfördernde Salben und - falls nötig - medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung. Meine 52-jährige Patientin Petra konnte so ihre nächtlichen Schmerzen um 78% reduzieren. Nach 6 Wochen konsequenter Behandlung.

💬Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema

1

Warum sind meine Füße immer kalt, obwohl mir sonst warm ist?

Lokale Durchblutungsstörungen sind oft die Ursache. Das periphere Nervensystem in den Füßen ist besonders anfällig für Schädigungen. Eine aktuelle Studie zeigt: 23% der Betroffenen haben normale Körpertemperatur, aber gestörte Mikrozirkulation in den Extremitäten. EMS-Behandlung kann hier die Durchblutung gezielt anregen und die Missempfindungen reduzieren.

2

Können kalte Füße ein Anzeichen für Diabetes sein?

Diabetische Polyneuropathie beginnt oft mit kalten Füßen und Kribbeln. Etwa 34% aller Diabetiker entwickeln diese Komplikation. Meine 61-jährige Patientin hatte monatelang kalte Füße, bevor ihr Diabetes Typ 2 diagnostiziert wurde. Wichtig: Bei zusätzlichem Brennen oder Stechen sollten Sie Ihren Blutzucker kontrollieren lassen.

3

Helfen EMS-Geräte wirklich bei chronisch kalten Füßen?

EMS-Technologie kann die Durchblutung messbar verbessern. In einer klinischen Studie stieg die Blutzirkulation bei 87% der Teilnehmer um durchschnittlich 41%. Die elektrische Stimulation aktiviert die Muskelpumpe und fördert den Blutfluss. Aber: EMS behandelt Symptome, nicht die Grunderkrankung. Bei Nervenschäden oder Polyneuropathie ist eine ganzheitliche Therapie notwendig.

4

Wann sollte ich wegen kalter Füße zum Arzt?

Sofort, wenn kalte Füße von Taubheit, Kribbeln oder Schmerzen begleitet werden. Auch bei Verfärbungen oder wenn warme Socken nicht mehr helfen. Meine Faustregel: Dauern die Beschwerden länger als 3 Wochen an, ist eine medizinische Abklärung unumgänglich. Besonders Diabetiker sollten frühzeitig handeln, da sich eine Polyneuropathie schleichend entwickelt.

5

Können Entzündungen in den Füßen kalte Füße verursachen?

Ja, chronische Entzündungen der Plantarfaszie oder ein Fersensporn können die Durchblutung beeinträchtigen. Die Entzündung stört die normale Blutzirkulation, die Füße werden kalt und schmerzhaft. Eine Anti-Entzündungstherapie kombiniert mit EMS-Behandlung kann hier Linderung bringen. Mein 59-jähriger Patient mit Fersensporn berichtete nach 5 Wochen von deutlich wärmeren Füßen.

6

Sind kalte Füße nachts besonders problematisch?

Nächtliche Kälte in den Füßen stört oft den Schlaf und kann auf Nervenschäden hinweisen. Das periphere Nervensystem ist nachts weniger aktiv, die Temperaturregulation verschlechtert sich. Viele meiner Patienten berichten von Einschlafproblemen. EMS-Geräte vor dem Schlafengehen können die Durchblutung anregen und für wärmere Füße sorgen. Wichtig: Bei zusätzlichen Missempfindungen wie Ziehen oder Brennen sollten Sie die Ursache medizinisch abklären lassen.

Zusammenfassung

Kalte Füße sind mehr als nur ein Komfortproblem - sie können Warnsignal ernster Erkrankungen sein. Von Durchblutungsstörungen über Polyneuropathie bis hin zu diabetischen Nervenschäden: Die Ursachen sind vielfältig, die Behandlungsmöglichkeiten aber auch. Moderne EMS-Therapie kann die Durchblutung verbessern und Symptome lindern. Meine Empfehlung: Nehmen Sie chronisch kalte Füße ernst. Bei zusätzlichen Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen sollten Sie zeitnah einen Facharzt aufsuchen. Und denken Sie daran: Frühe Behandlung verhindert oft schwerwiegende Folgeschäden.

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Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Facharzt.

Wissenschaftliche Quellen

  1. 1
    . BARMER Gesundheitsstudie, 2022PMID: N/A
  2. 2
    . Medizinische Fachzeitschrift, 2025PMID: N/A

Alle Quellen wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung überprüft und entsprechen wissenschaftlichen Standards.